Wien soll Stadt der Elektro-Taxis werden

Taxiunternehmen in Wien leiden unter schlechtem Image und unter dem Markteintritt von UBER, meint Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr der WKW. Er will, dass Wien im Jahr 2030 die erste Stadt der Welt ist, wo ausschließlich Elektro-Taxis im Einsatz sind.

Das System der Sharing-Economy verfolgt grundsätzlich einen nachhaltigen Ansatz: durch das Teilen von Gütern wird die Nachfrage an neuen Produkten reduziert – das freut die Umwelt. Auf das Sharing-Prinzip setzt auch Uber und bedroht damit nicht nur den heimischen Taximarkt. Nach einer Studie von „The Economist“ sorgt UBER für eine Erhöhung der CO2-Emissionen anstatt einer Reduktion. Darauf lässt die Entwicklung des New Yorker Taximarkts schließen, der seit dem Eintritt von Uber eine Steigerung der Taxifahrten von 14,8 Millionen auf 17,5 Millionen zwei Jahre später verzeichnen musste.

Reichlich Aufholbedarf für Wiener Taxis

Für Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien besteht reichlich Aufholbedarf für die Taxis in Wien. Im Gespräch mit der Wiener Zeitung erklärt Sertic, er höre immer wieder, dass Taxis schmutzig und teuer seien, hingegen Uber sei günstig und man wisse immer, wo sich das Fahrzeug auf dem Weg zu einem befindet.

So will Davor Sertic Wiens Taxis fit für die Zukunft machen:

Seine Vision: Wien soll 2030 die erste Stadt der Welt sein, wo ausschließlich Elektro-Taxis im Einsatz sind. Dazu braucht es die politischen Maßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur. Momentan herrscht allerdings Stillstand. Auf 300 Elektro-Ladestationen habe man sich vorerst geeinigt. Dennoch wartet man laut Sertic noch technologische Entwicklungen ab, bis auch die Reichweite der Elektro-Taxis kein Problem mehr ist. Laut Sertic soll auch ein einheitliches Taxi-Bild, wie in London und New York entstehen. Das Taxi als starke Marke also.

Bisher gibt es nur 20 Elektro-Taxis in ganz Wien trotz speziellem Förderprogramms. Dabei winken Wiener Taxiunternehmen  zahlreiche Anreize, um ihre Taxis auf rein elektrischen Antrieb umzustellen. Diese sind beispielsweise 8.000 Euro Förderung zur Anschaffung eines E-Autos oder das Schaffen von zehn Schnell-Ladestationen von Wien Energie im gesamten Stadtgebiet.

Laut Sertic hilft derzeit der boomende Tourismus die Krise ein wenig aufzuheben. Die Registrierkassenpflicht führte dazu, dass sich die Anzahl der Taxis von 5000 auf 4500 reduziert hat. Trotzdem geht das Taxigeschäft gut, und auch die Auslastung ist in Ordnung. Für Sertic ist jedoch klar, dass man etwas tun muss, denn so werden die Taxis nicht überleben. Ob der Umstieg auf Elektro-Taxis und eine Image-Aufbesserung die Nachfrage der Wiener Taxis für die Zukunft sichern können, bedarf jedenfalls noch weiterer Überlegungen und Analysen.