Klimatreiber Verkehr – Was tut die Politik?

Der Klimawandel. Er sorgt in Österreich unter anderem für teure Ernteausfälle, Schäden im Tourismus und verheerende Hochwasser. Doch kein Klimatreiber wächst hierzulande schneller als der Verkehr. Dennoch entscheiden sich Politiker statt für Umwelt meist für den Verkehr. 

Pendlerpauschale macht Autofahren attraktiv

Das Wirtschaftsforschungsinstitut errechnete im Vorjahr, dass die Republik umweltschädliche Maßnahmen mit jährlich zwischen 3,8 und 4,7 Milliarden Euro fördert. Zu den größten Brocken zählen die Pendlerpauschale, die den Klimatreiber Autofahren noch attraktiver macht, und die Dieselbesteuerung, die gegenüber Benzin steuerlich günstiger ausfällt. Laut einem Artikel in DATUM blockieren hierbei ÖAMTC und ARBÖ, sowie auch die Wirtschaftskammer.

Verhinderung der Zersiedelung

Österreichs Klimaforscher erklären im Sachstandsbericht, dass sich das Verhalten der Nutzer ändern müsse, die Energieeffizienz weiter gesteigert und auch die Siedlungsstruktur angepasst werden müsse. Die Stärkung der Ortskerne und die Verhinderung der Zersiedelung sollten wichtige Themen der Politik sein. Der öffentliche Verkehr müsse weiter ausgebaut werden, sowie Benzin und Diesel zurückgedrängt werden. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter hat dazu Ende Juli den Masterplan für den ländlichen Raum vorgestellt.

Elektroautos kommen gut an

In Österreich stehen laut aktueller Umfrage des Linzer market Instituts drei Viertel der Österreicher Elektroautos positiv gegenüber. Mehr als ein Viertel kann sich vorstellen, in den nächsten Jahren ein Elektroauto anzuschaffen. Jedoch waren es im Vorjahr nur 1,2% aller PKW-Neuanmeldungen Elektroautos. EU-weit ein sehr guter Wert. In Norwegen fallen bereits 40% aller Neuanmeldungen auf E-Autos. Dabei muss man auch sehen, dass Norwegen eine hohe Dieselsteuer und billigen Strom hat, sowie den Elektroautos die Mehrwertsteuer erlässt. Anreize wie das Benützen der Busspur und gratis parken wurden auch schon in Österreich umgesetzt. In Wien wird das Ziel verfolgt, die Stadt der Elektro-Taxis zu werden.

Weiter in erneuerbare Energien investieren

Der Umstieg auf E-Mobilität ist allerdings nur ein Puzzlestein einer komplizierten Gesamtlösung. Dieser ist nur dann sinnvoll, wenn auch der Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind, Solar oder Wasser produziert wird. Dazu muss weiter in Energieträger und Netzausbau investiert werden. Aber nicht nur der Ausbau ist entscheidend – Elektromobilität muss auch effizienter werden. Das oberösterreichische Unternehmen Kreisel Electric hat es geschafft, die Leistung der Batterien um 15-20% leistungsfähiger zu machen. Dennoch ist es gefährlich, E-Mobiltät rasend schnell voranzutreiben. Käme es schnell zu einem massiven Anstieg der Stromnachfrage, müssten laut  DATUM Kohlekraftwerke angeworfen werden, um den Strombedarf zu decken. Somit wäre die CO2 Bilanz trotz E-Mobilität sogar schlechter.