Der perfekte Aquaponic Fisch

Welche Fische eignen sich am besten für Aquaponic-Systeme? Besondere Umweltbedingungen in Vollkreislauf-Anlagen erfordern vor allem genügsame und krankheitsresistente Tiere. Auf der Suche nach dem perfekten Aquaponic Fisch.

Der afrikanische Raubwels

Sie kommen in ruhigen warmen Fließgewässern, Teichen und Seen in Afrika und Vorder- bis Westasien vor. Der afrikanische Raubwels ist sehr anpassungsfähig und lebt in Sümpfen und teilweise sogar in Abwasserkanälen.

Die Welse können mehrere Tage ohne Wasser überleben, weil sie Sauerstoff über ihr Maul aufnehmen können. Sie sind an eine große Vielzahl von Lebensräumen angepasst und bevorzugen Wassertemperaturen von 20 °C bis 30 °C, tolerieren sogar ein Absenken der Temperatur auf 8 °C. Das Fleisch von Raubwelsen hat für einen für Fisch eine eher untypische Konsistenz und erinnert geschmacklich an Kalbfleisch. Sie erlangen daher eine wachsende Bedeutung als Speisefisch und können in Aquakulturen in großen Mengen produziert werden.

Der Buntbarsch
Der perfekte Aquaponic Fisch
Tilapia Weibchen; ©Igor I. Solar

Der Nil-Tilapia (aus der Familie der Buntbarsche) kommt in vielen verschiedenen Süßwasserhabitaten vor und haben eine hohe Wasserqualitäts- und Temperaturtoleranz (14 – 33 °C). Wesentlich geringere Ansprüche stellt er an die Qualität oder die Zusammensetzung des Wassers. Er fühlt sich in leicht salzigem oder brackigem Wasser ebenso wohl wie im Süßwasser. Auch bei der Zusammensetzung seiner Nahrung ist der Tilapia wenig wählerisch.

Buntbarsche ernähren sich überwiegend von Phytoplankton und Algen – sie sind sogenannte Kiemenfiltrierer – was den Vorteil hat, das sich mit entsprechenden Algen im Tankwasser Fischfutter sparen lässt. Alle Arten sind Maulbrüter bei dem das Brutgeschäft nur vom Weibchen ausgeübt wird.

Buntbarsche wachsen sehr schnell und können innerhalb einer Saison bis zur Schlachtreife gezogen werden. Sie sind also für alle interessant, die Winterpausen machen müssen. Es ist auch möglich, die Fische bei niedrigen Temperaturen (mind. 14°C) zu überwintern, allerdings produzieren sie bei der niedrigen Temperatur keine Nährstoffe.

Diese geringen Ansprüche an seine Umwelt und Nahrung, ebenso wie das schnelle Wachstum, der Wohlgeschmack seines Fleisches, die leichte Zucht (Reproduktion) und seine Krankheitsresistenz, machen ihn zu einem nahezu perfekten Aquaponic Fisch.

Grundsätzlich eignen sich Barsche aller Art für die Aufzucht in Aquaponic-Systemen.

Regelung der Besatzdichte in Bio-Aquakulturen

Eine Verordnung der EU für ökologische Aquakulturen ist im Jahr 2010 in Kraft getreten und prompt von Greenpeace kritisiert worden. Warum?
Wichtige Kriterien zu schwach definiert. So sind zum Beispiel die meisten Besatzdichten zu hoch angesetzt und kritische Chemikalien zur Verwendung freigegeben. Im Gegensatz dazu forciert der NaturlandVerband für ökologischen Landbau seit vielen Jahren die ökologische Aquakultur gemäß eigener Vorgaben, die im Vergleich zur neuen EU-Verordnung in den vorangegangen Bereichen deutlich stärker verankert sind. Aquafarmen in mehr als zwanzig Ländern produzieren mittlerweile nach diesen Richtlinien, z.B. Bio-Forellen in Deutschland, Frankreich und Spanien, Bio-Lachs in Irland, Bio-Tilapia in Israel, Bio-Pangasius in Vietnam uvm.

Laut einem Bericht auf der Website slowfood.de schätzt Stefan Bergleiter, Fachgebietsleiter Aquakultur und Fischerei bei Naturland den weltweiten Umsatz auf rund eine Milliarde Dollar im Jahr. Mit weniger als ein Prozent der konventionellen Aquakultur, die 130 Milliarden Dollar Umsatz erzielt, ist der Marktanteil aber immer noch nicht über ein Nischenniveau hinausgekommen.